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Nordic-Walking... was ist das überhaupt?

Vom Ersatztraining für Skilangläufer zum Fitnesssport für Jedermann – die Geschichte des Nordic Walking

Na, die Skier vergessen? Das fragt heute niemand mehr. Längst gehören die Wanderer mit zwei Stöcken zum gewohnten Anblick in Deutschlands Wäldern und Parkanlagen. Noch vor wenigen Jahren unbekannt, hat die sanfte Bewegungsart einen rasanten Aufstieg auf der Beliebtheitsskala der Fitnesssportarten genommen.

Bereits in den 50er Jahren haben Ski-Langläufer den „Gang mit zwei Stöcken“ in ihr Sommertraining eingebaut. Sie nutzten dabei ihre im Langlauf üblichen sehr langen Stöcke aus Aluminium. Die Materialeigenschaften der Stöcke übertrugen die Vibrationen beim Stockeinsatz direkt auf Hand-, Arm- und  Schultergelenke, was den so genannten „Skigang“ zu einer hoch intensiven Trainingsbelastung machte. An eine Massenbewegung war damals nicht zu denken.

Neue Stöcke sorgen für den Durchbruch

Erst 40 Jahre später konnte sich „Nordic Walking“ bei einer breiten Fangemeinde durchsetzen. Ein finnischer Stockhersteller entwickelte in den 90er Jahren einen Stock aus Glasfaser-Carbonmaterial, der alle bisherigen Nachteile aufhob. Im Frühjahr 1997 war es dann soweit: Nordic Walking wurde als eigenständiger Fitnesssport der Öffentlichkeit vorgestellt. Innerhalb von wenigen Jahren hatte Nordic Walking in Finnland bereits mehr Anhänger als Jogging. Und auch in Mitteleuropa wurde die neue Sportart seit dem immer beliebter.

Anfang 2001 konstituierte sich die INWA, die International Nordic Walking Association. Ziel des Dachverbandes sind höchste Qualitätsstandards in der Ausbildung der weltweiten Nordic-Walking-Instukteure unter Berücksichtigung von modernsten sportmedizinischen und trainingswissenschaftlichen Aspekten sowie das Vorantreiben der technologischen Entwicklung. In Deutschland haben Interessierte die Möglichkeit, sich an den Deutschen Ski-Verband (DSV) bzw. an den Deutschen Leichtathletikverband (DLV) zu wenden.

Gerade für Übergewichtige und Fitnesseinsteiger, aber auch bei Rücken- und Gelenkproblemen ist Nordic Walking eine ideale Sportart. Durch das Abstützen auf den Stöcken werden die  Wirbelsäule sowie  Kniegelenke und Fußgelenke entlastet. Die  Belastung wird gleichmäßig auf den gesamten Körper verteilt, da die  Bauch-, Brust- und Armmuskulatur stärker als beim "normalen" Walking eingesetzt wird. Gleichzeitig werden Verspannungen der Schulter- und Nackenmuskulatur vermieden und bestehende sogar gelockert. Auch für ältere Menschen ist die Ganzjahressportart bestens geeignet, denn die Walking-Stöcke geben Halt im unebenen Gelände, bei Matsch und Schnee.