Schwitzen aber richtig: Tipps zum Saunen
Das alleinige Schwitzen im aufgeheizten Saunaraum reicht nicht aus, um von einem gesunden Saunabad sprechen zu können. Um die gesundheitlichen Aspekte eines Saunabades optimal auszureizen, sollte genauso viel Wert auf die anderen Phasen eines korrekt durchgeführten Saunaganges gelegt werden.
Ein ordnungsgemäßer Saunagang beginnt als aller erstes mit der gründlichen Reinigung des Körpers, dass heißt es wird geduscht und zur Toilette gegangen. Die darauf folgende Schwitzphase im Saunaraum kann zwar als Hauptphase bezeichnet werden, sollte aber gar nicht länger als die anschließende Abkühlphase mit diversen Kaltwasseranwendungen sein. Abgeschlossen wird der Saunagang schließlich von einer nicht minder wichtigen Ruhephase, am besten in einen Bademantel gehüllt. Regelmäßige und erfahrene Saunabesucher wiederholen diese Phasen (bis auf die Reinigungsphase) noch einige male, bevor Sie das Saunavergnügen mit entsprechender Haut- und Körperpflege schließlich beenden.
Die Reinigungsphase
Nachdem man sich der Kleidung entledigt und den Gang zur Toilette hinter sich gebracht hat, geht es ab unter die Dusche und dies nicht nur aus hygienischen Gründen. Mit dem Duschgang befreit man den Körper von auf der Haut befindlichen Fetten, die während des Saunaganges bloß die Schweißabsonderung stören würden. Auch Schminke oder Cremerückstände werden entfernt. Wichtig ist, dass mit warmem Wasser geduscht wird. So wird der Körper bereits vorgewärmt, was in der Saunakabine das Schwitzen wesentlich erleichtert und beschleunigt. Jetzt geht's ab in den aufgeheizten Saunaraum, aber Moment, vorher noch gründlich abtrocknen, damit der Schweiß schneller fließen kann.
Tipp:
Um den gesamten Körper auf Temperatur zu bringen, reicht auch schon ein heißes Fußbad. In öffentlichen Einrichtungen ist die Dusche dem Fußbad natürlich aus hygienischen Gründen vorzuziehen.
Die Schwitzphase
Im Saunaraum herrschen hohe Temperaturen, die je nach Höhenlage auch noch variieren. Auf den obersten Holzbänken ist die Temperatur am höchsten, auf den Ebenen darunter dementsprechend niedriger. Ideal ist es daher, wenn man seinen Saunaaufenthalt im Liegen genießt, da sich der gesamte Körper somit im selben Temperaturbereich befindet. Da die hölzernen Saunabänke relativ heiß sind und auf das Holz tropfender Schweiß sehr unhygienisch ist, sollte man stets ein Handtuch drunter legen. Empfehlenswert sind hier äußerst praktische Saunatücher, die nicht bloß die optimale Größe aufweisen, sondern in der Regel auch zwei unterschiedliche Seiten haben, damit man sich immer auf die selbe Seite setzen oder legen kann. Damit sich die Füße auch bei der sitzenden Variante im gleichen Temperaturbereich wie der Körper befinden, zieht man die Knie und Füße an den Körper heran. Erst wenn man im Begriff ist, die Kabine bald zu verlassen, richtet man sich wieder auf, um den Kreislauf zu schonen und Schwindel vorzubeugen.
Grundsätzlich ist es wichtig, sich nur solange im Schwitzraum aufzuhalten, bis man sich nicht mehr wohlfühlt. Durchhaltevermögen und falscher Ehrgeiz sind hier fehl am Platz. Ein Saunabad sollte eine Viertelstunde nicht überschreiten. Saunafrischlinge sollten es zunächst bei maximal 8-10 Minuten belassen. Aber wie schon erwähnt, auf die Uhr zu schauen, ist der falsche Weg. Saunen soll in erster Linie entspannen und gut tun, daher sollte man auf seinen Körper hören und den Schwitzraum verlassen, sobald man der Meinung ist, dass es genügt und eine Abkühlung angebracht ist. Um das Herz-Kreislaufsystem zu schonen, empfiehlt es sich, das Schwitzbad lieber kurz und dafür intensiv zu gestalten. Legen Sie sich also besser wenige Minuten auf die oberste, heißeste Saunaetage, anstatt längere Zeit auf der untersten Saunabank zu verweilen.
Die Abkühlphase
Nach dem Aufenthalt im Schwitzraum heißt es, den Körper wieder auf seine normale Temperatur zurückzuführen. Dazu muss ihm die beim Saunen gespeicherte Hitze wieder entzogen werden, entweder über die Haut oder über die Lunge. Wie bereits erwähnt, ist auf die Abkühlphase genauso viel Wert zu legen, wie auf die Schwitzphase. Eine Viertelstunden sollte man sich für die Abkühlung schon Zeit nehmen. Die ideale Abkühlphase setzt sich aus zwei Teilen zusammen: der Abkühlung an der frischen Luft im Freien und der anschließenden Abkühlung durch diverse Kaltwasseranwendungen.
Abkühlung im Freien
Nach dem Schwitzbad geht es zunächst nach draußen. Hier hält man sich am besten gehend auf und atmet durch die Nase langsam ein und aus, um das Körperinnere über die Lunge zu kühlen und Sauerstoff zu tanken. Vermeiden Sie eine übertrieben tiefe oder hektische Atmung, um einer unangenehmen Hyperventilation vorzubeugen. Sobald man anfängt zu frieren, verlässt man wieder das Freiluftbad und begibt sich zu den Kaltwasseranwendungen.
Übrigens:
Die Abkühlung im Freien, auch bei sehr niedrigen Temperaturen, ist keinesfalls gesundheitsschädigend. Da der Körper derartig viel Hitze aufgetankt hat, kann es dort zu keiner Erkältung kommen.
Kaltwasseranwendungen
Nach dem Freiluftbad geht man zu den Kaltwasseranwendungen über. Mit dem Eintauchen in ein Eiswasserbecken sollte man hierbei nicht direkt beginnen. Zunächst steht das Abgießen mit kaltem Wasser, zum Beispiel anhand eines Schlauches oder Eimers, an. Beim Abgießen geht man immer nach folgender Reihenfolge vor: Hände und Füße, Arme und Beine, schließlich noch Rücken, Brust und Kopf samt Gesicht. Man beginnt also herzfern und gießt langsam zum Herzen hin. Bei einem Schlauch ist zu beachten, dass der Wasserstrahl nicht zu kräftig ist, da dies die Kühlung beeinträchtigen würde. Nun steigt man gemächlich in ein Eiswasserbecken und taucht kurz unter. Nach einer halben Minute sollte man das Tauchbecken wieder verlassen.
Vorsicht:
Bei Bluthochdruck oder Problemen mit dem Kreislauf sollte auf das Tauchbecken verzichtet werden.
Tipp:
Besonders gesund für die Gefäße sind warme Fußbäder zwischen (nicht nach) den einzelnen Kaltwasseranwendungen.
Die Ruhephase
Hat man die Kaltwasseranwendungen hinter sich, trocknet man sich gründlich ab und legt sich, am besten im warmen Bademantel, auf eine Liege. Die Ruhephase kann gut und gerne eine halbe Stunde dauern und auch mit einem Aufenthalt unter der Sonnenbank kombiniert werden, dann aber natürlich keine vollen 30 Minuten. Wer seinem Körper und Geist besonders viel Gutes tun möchte, lässt sich während der Ruhephase massieren, dies entschlackt den Körper noch mal zusätzlich.










