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20 Jahre Berliner Jedermann-Festspiele im Berliner Dom

Die Uraufführung des JEDERMANN von Hugo von Hofmansthal fand 1911 im Zirkus Schumann in Berlin statt, d.h. nur ein paar Strassen von der heutigen Spielstätte entfernt - an der Weidendammer Brücke - brachte der legendäre Max Reinhardt den Hofmannsthal-Text erstmalig auf die Bühne.

5000 begeisterte Zuschauer feierten die Premiere und deren Regisseur. Auf der Besetzungsliste fanden sich so bedeutende Namen wie Alexander Moissi, Gertrud Eysoldt, Ernst Lubitsch, Paul Wegener und Eduard von Winterstein.Ein dreiviertel Jahrhundert später griff Brigitte Grothum die Idee, das Werk aus dem üblichen Theaterrahmen zu lösen, wieder auf - und seither laufen ihre Inszenierungen des JEDERMANN vor fast ständig ausverkauftem Haus.

Brigitte Grothum hat die Dichtung wieder dahin gebracht, woher das einstige Mysterienspiel kam: in die Kirche. Das Wort gewinnt besondere Bedeutung und reduziert alles auf die Botschaft. Hofmannsthal hat mit diesem Stück ein Werk geschaffen, das über allen Konfessionen steht und das Allgemeinmenschliche in den Vordergrund stellt.

"Jedermann" erzählt die Geschichte des Mannes, der im Augenblick des Todes von seinen Freunden und Gütern der Welt verlassen wird. Sie lässt sich bis in das siebte Jahrhundert zurückverfolgen.
Aber erst duch das 1911 von Hofmansthal geschriebene Stück wurde eine über den Konfessionen stehende Interpretation gefunden, in der die mittelalterlichen Züge in den Hintergrund treten und das Allgemeinmenschliche hervortritt: Sein Jedermann wird eigentlich schuldig, weil er nicht bereit ist, eine höhere Ordnung anzuerkennen.