UNICEF in Zahlen und Fakten
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Die Weltorganisation
- UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, wurde am 11. Dezember 1946 als „United Nations International Children’s Emergency Fund“ gegründet, um Kindern im vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europa und in Asien zu helfen. Auch in Deutschland wurden Millionen Kinder geimpft und erhielten Schulspeisungen.
- Nachdem die schlimmste Not beseitigt war, startete UNICEF in den 50er Jahren Hilfsprogramme für Kinder in den Entwicklungsländern. Heute arbeitet UNICEF in rund 160 Ländern und Krisengebieten.
- UNICEF kümmert sich um die am stärksten benachteiligten Kinder in den ärmsten Ländern. 2005 entfielen 54 Prozent der Programmausgaben auf Afrika und den Nahen Osten, 35 Prozent auf Asien und die Pazifikregion, fünf Prozent auf Lateinamerika und drei Prozent auf Osteuropa und die Staaten der ehemaligen Sowjetunion. 90 Prozent der rund 7.000 Mitarbeiter arbeiten in den Programmländern.
- Im Jahr 2005 gab UNICEF für seine Hilfs- und Entwicklungsprogramme weltweit rund 2,1 Milliarden Dollar aus. Zum Vergleich: allein die Personalkosten der New Yorker Feuerwehr liegen bei fast 2,6 Milliarden Dollar pro Jahr.
- UNICEF finanziert sich ausschließlich aus freiwilligen Beiträgen der Regierungen und privaten Spenden. Mehr als ein Drittel der Gesamteinnahmen stammen aus privaten Spenden und dem Verkauf von UNICEF-Grußkarten durch 37 nationale Komitees in den Industrieländern. Das Deutsche Komitee für UNICEF wurde 1953 in Köln gegründet.
UNICEF in Deutschland
- UNICEF ist die populärste Kinderrechts- und Entwicklungsorganisation in Deutschland. Gleichzeitig ist es die einzige UN-Organisation, in der die Bevölkerung aktiv mitwirken kann. Bundesweit engagieren sich über 8.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in 130 UNICEF-Gruppen.
- Jedes Jahr erhält UNICEF über eine Million Einzelspenden an UNICEF und 500.000 Bundesbürger kaufen über 17 Millionen Grußkarten. 2005 stellte UNICEF Deutschland 172 Millionen Euro für Hilfsprogramme und Entwicklungsprogramme bereit, über 90 Millionen allein für die Not- und Wiederaufbauhilfe nach der Flutkatastrophe in Asien.
Hilfe weltweit
- Sauberes Wasser: UNICEF versorgt mit seinen Wasserprogrammen in 91 Ländern Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. In den 70er Jahren entwickelten UNICEF-Ingenieure die preiswerte und stabile Handpumpe „India Mark II“. Allein von 1977 bis 1999 wurden über eine Million Pumpen dieses Modells installiert. Bis heute kommen jedes Jahr 100.000 neue hinzu.
- Impfschutz: UNICEF beschafft heute für 40 Prozent aller Kinder in den Entwicklungsländern die Impfstoffe gegen die gefährlichsten Kinderkrankheiten. Dies waren allein 2005 Impfstoffe im Wert von 502 Millionen Dollar - darunter 2,1 Milliarden Dosen Polio-Impfstoff. Weiter wurden 700 Millionen Einwegspritzen sowie Kühlschränke und Kühltaschen beschafft.
- AIDS-Medikamente: UNICEF lieferte im Jahr 2005 antiretrovirale Medikamente, AIDS-Tests und technisches Gerät im Wert von 41 Millionen Dollar an Regierungen und Nichtregierungsorganisationen in 42 Ländern. UNICEF verhandelt mit der Pharmaindustrie über die Entwicklung besserer und kostengünstigerer AIDS-Medikamente für HIV-infizierte Kinder.
- Medikamente gegen Durchfall: Jedes Jahr liefert UNICEF 40 Millionen Päckchen Orales Rehydratationssalz (ORS), eine einfache Zucker-Salz-Mischung, in die Entwicklungsländer. ORS verhindert das gefährliche Austrocknen des Körpers bei schwerem Durchfall.
- Mückennetze gegen Malaria: UNICEF ist heute der weltweit größte Einkäufer von imprägnierten Moskitonetzen zum Schutz vor Malaria-Mücken. Allein in 2005 wurden von UNICEF 17 Millionen dieser Netze bereitgestellt. Hinzu kamen Medikamente zur Behandlung von Malaria für neun Millionen Behandlungen, vor allem in Afrika.
- Kampf gegen Jodmangel: Jodmangel ist die häufigste Ursache für schwere Entwicklungsstörungen und geistige Behinderungen bei Kindern. In den 90er Jahren startete UNICEF deshalb weltweit Programme zur Jodanreicherung von Speisesalz. Der Anteil von jodiertem Salz stieg innerhalb von zehn Jahren von 20 auf 70 Prozent.
- Schule in der Kiste: In den Krisengebieten der Erde organisiert UNICEF Schulunterricht in Notschulen. Hierfür wurde die „Schule in der Kiste“ mit Lern- und Arbeitsmaterial für jeweils 80 Kinder entwickelt. 2005 unterstützte UNICEF auf diese Weise fast neun Millionen Kinder – allein 4,5 Millionen im Irak und drei Millionen in der Demokratischen Republik Kongo.
- Not- und Wiederaufbauhilfe: UNICEF führt in über 30 Krisenländern Nothilfe- und Wiederaufbauprogramme durch – wie etwa in Afghanistan, im Sudan, am Horn von Afrika, in Pakistan oder in den Tsunami-Ländern in Asien. Neben dem zentralen Warenlager in Kopenhagen hat UNICEF Logistikzentren in Dubai, Johannesburg und Panama eingerichtet, um im Katastrophenfall innerhalb von 48 Stunden große Mengen Hilfsgüter bereitzustellen.
- Kinderschutz: In zahlreichen Ländern führt UNICEF Programme zur Demobilisierung von Kindersoldaten durch – so zum Beispiel im Sudan, in der Demokratischen Republik Kongo, an der Elfenbeinküste, in Liberia und Afghanistan. In Liberia beispielsweise unterstützte UNICEF die Wiedereingliederung von 12.000 Kindern und Jugendlichen, die in bewaffneten Gruppen im Bürgerkrieg gekämpft hatten.
- Politik für Kinder: UNICEF setzt sich für eine langfristige Verbesserung der sozialen und politischen Rahmenbedingungen für Kinder ein. Hierzu berät UNICEF Regierungen bei Gesetzesvorhaben zum Beispiel zum Kinderschutz oder Jugendstrafrecht und führt Aufklärungskampagnen gegen Kinderarbeit, sexuelle Ausbeutung, Mädchenbeschneidung oder AIDS durch. UNICEF verhandelt auch mit Regierungen und der Industrie, um Kindern den Zugang zu neuen Impfstoffen und Medikamenten zu ermöglichen. 1990 organisierte UNICEF den ersten Weltkindergipfel und im Jahr 2002 die erste Sondervollversammlung der Vereinten Nationen für Kinder. Die Verwirklichung der so genannten Millenniums-Entwicklungsziele ist Richtschnur der Arbeit von UNICEF.
Kleine Spende – große Wirkung
- Für 5 Euro stellt UNICEF 100 PäckchenOrales Rehydratationssalz bereit, einer Zucker-Salz-Lösung, die Kinder vor dem lebensgefährlichen Austrocknen bei Durchfall schützt.
- 9 Euro kosten 1.000 Tabletten, um in einem Katastrophengebiet 4.000-5.000 Liter Wasser zu reinigen.
- Für knapp 20 Euro kann UNICEF den Impfschutz für ein Kind unter einem Jahr gegen die sechs gefährlichsten Infektionskrankheiten sicherstellen.
- Für 25 Euro erhalten fünf Kinder in Nepal je eine Schultasche mit Heften, Stiften und Lernmaterial.
- 45 Euro kosten 100 Packungen hoch proteinhaltiger Kekse als Zusatznahrung..
- Für 60 Euro können dreißig Straßenkinder in Russland zu Mittag essen.
- Für 100 Euro kann UNICEF für einen Dorfhelfer in Malawi ein robustes Fahrrad beschaffen.
- 180 Euro benötigt UNICEF, um eine einfache Handpumpe einschließlich Steigrohr für einen 18 bis 40 Meter tiefen Brunnen zu beschaffen.
- 200 Euro kostet eine „Schule in der Kiste“ mit Lernmaterial für 80 Kinder
- Für 450 Euro kann UNICEF Geräte und Arzneimittel für eine Dorfkrankenstation zum Beispiel in Zentralafrika besorgen, um die meisten Krankheiten zu erkennen und zu behandeln.
Quelle: UNICEF 2006











