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Figurfallen - Was uns wirklich dick macht!

Wir knausern mit Kalorien. Und doch sind wir ein Volk der Pummel. Führende Ernährungsexperten erklären die Ursachen für Übergewicht und zeigen die besten Strategien im Kampf gegen die Kilos.
Mehr als die Hälfte der Deutschen ist zu dick – sind sie etwa alle willensschwach und unkonsequent? Obwohl seit Jahren gigantische Summen in die Gesundheitsaufklärung fließen und der Konsum von Diätprodukten stetig steigt, füllt sich der übergewichtige Deutsche pro Tag im Schnitt 300 Kalorien zu viel auf den Teller.

Mit schwerwiegenden Folgen: Mehr als 55 Prozent der Bundesbürger sind zu dick, rund 16 Millionen Menschen werden als behandlungsbedürftig fettsüchtig eingestuft, und schon jedes dritte Schulkind bringt zu viel auf die Waage. Viele derjenigen, die seit Jahren verzweifelt versuchen, ihr Gewicht unter Kontrolle zu kriegen, halten sich selbst für komplette Versager.

Figurfeindliche Welt

Sind sie aber nicht: Die Forscher entlasten die ratlosen Molligen ein Stück weit. Sie wissen heute, dass Übergewicht aus einem Puzzle von Faktoren entsteht. „Der Mensch hat eine natürliche Veranlagung zum Dickwerden, weil unser Körper nach wie vor darauf programmiert ist, Energie für Hungerszeiten zu sparen. Nur wer volle Fettspeicher hatte, konnte überleben“, sagt Professor Wolfgang Meyerhof vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung.

Zu diesem übergeordneten Survival-Programm kommt die persönliche genetische Disposition. Forschungen zeigen, dass Gene eine wichtige Rolle spielen. „Es gibt Männer und Frauen, die einen höheren Energieverbrauch haben oder schneller satt sind als andere und so von Geburt an schlank bleiben.“ Doch die wenigsten der Millionen Übergewichtigen weltweit seien allein aufgrund ihrer Erbanlagen dick, schränkt Ernährungsforscher Meyerhof ein.

Essen ist allgegenwärtig

Die vollschlanke Wahrheit ist: Wir leben in einer figurfeindlichen Umgebung. Nahrung ist rund um die Uhr verfügbar, sie ist zu billig, und wir müssen uns nicht anstrengen, um satt zu werden. Das Öffnen der Kühlschranktür oder das Heben des Telefonhörers genügen, um sich Essen zu beschaffen, praktisch ohne eine einzige Kalorie zu verbrennen. Die Nahrungsmittelindustrie verdient daran, uns zu mästen. Je mehr wir essen, desto mehr verdient sie. Das führt zu immer verführerischen Werbebotschaften oder immer größeren Portionen.