Essen macht uns froh!
Dass die Liebe durch den Magen geht, ist ja schon lange bekannt. Aber wussten Sie, dass mit dem richtigen Essen auch die Familienlaune ordentlich in Fahrt kommt? Die Ernährungsforschung ist jetzt den Lebensmitteln auf die Spur gekommen, die Kinder und Eltern glücklich machen.
Babys strahlen tiefe Zufriedenheit aus, wenn sie ihre Lieblingsnahrung bekommen. Die entsteht nicht nur, weil ihm das Nuckeln am Fläschchen so viel Spaß macht. Sie hängt auch wesentlich davon ab, was im Essen drinsteckt. Das gilt für Babys und bleibt auch so, wenn unsere Kinder älter werden. Das zumindest behaupten Wissenschaftler des neuen Forschungsgebiets „Nutritional Neuroscience“ (zu Deutsch: nahrungsbezogene Hirnforschung). Diese Forscher sind sich einig: Ob ein Kind gute Laune hat, wird von den Inhaltstoffen seiner Nahrung stark beeinflusst. Oder einfacher: Wer gut isst, hat gut lachen!
Nahrung, so haben die Wissenschaftler festgestellt, setzt Botenstoffe (Neurotransmitter) frei, die im Gehirn Informationen von einer Nervenzelle zur anderen transportieren. Bisher sind etwa 60 verschiedene Neurotransmitter bekannt, wie etwa Noradrenalin, Dopamin, Acetylcholin, Endorphine oder Serotonin. Welcher Botenstoff ausgeschüttet wird, hängt vom jeweiligen Essen ab. Denn einige beeinflussen unser Schmerzempfinden, andere den Blutdruck, und wieder andere sind für unsere Stimmung zuständig.
Serotonin beispielsweise ist so etwas wie der Hauptgewinn unter den Neurotransmittern. Dr. Friedhelm Mühleib, Ernährungswissenschaftler aus Köln: „Dem Hormon Serotonin kommt eine Schlüsselfunktion im Verhältnis Psyche und Ernährung zu. Ist unser Gehirn gut damit versorgt, macht uns das glücklich und zufrieden. Außerdem aktiviert es Endorphine, die uns helfen, Schmerzen besser zu ertragen, und es dämpft das Hungergefühl. Ist unser Serotoninspiegel hingegen zu niedrig, wirkt sich das negativ auf unsere Stimmung aus, und wir können Heißhunger bekommen.“
Durch unser Essen können wir die Serotoninherstellung aktivieren. In einigen Lebensmitteln ist es bereits drin, zum Beispiel in Walnüssen: Sie enthalten fast 300 Milligramm Serotonin pro Kilogramm. Zum Vergleich: Der optimale Serotoninspiegel liegt bei etwa 10 Milligramm.
Doch zu früh gefreut: „Die Walnüsse pur zu essen reicht nicht aus, um in einen Glücksrausch zu kommen“,. „Das Serotonin kann die Blut-Hirn-Schranke nicht so einfach passieren. Um diese Barriere zu überwinden, braucht es Tryptophan, eine Aminosäure, die sich ebenfalls im Körper zu Serotonin wandelt. Es ist in eiweißreichen Speisen – zum Beispiel Fisch, Käse oder Milch – enthalten.“ Bananen enthalten Kohlenhydrate und Tryptophan. Sie liefern beim Stimmungstief also gute Laune im Doppelpack.










