Was genau ist Schlaf?
Wir tun es jeden Tag mehr oder weniger gut: Schlafen. Aber was ist Schlaf?
In der griechischen Mythologie ist Hypnos, der Gott des Schlafes, ein treuer Begleiter:
er steigt jede Nacht aus seiner Höhle am Ufer der Lethe, dem Fluss des Vergessens, und befreit die Menschen von ihren Sorgen und Nöten. Aber er ist auch der Zwillingsbruder des Thanatos, des Gottes des Todes.
Lange Zeit wurde der Schlaf genauso gesehen: als unkontrollierbares, geheimnisvolles Phänomen. Heute wird in modernen Schlaflaboren versucht, den Schlaf zu enträtseln.
Schlaf ist nach der heutigen Definition ein Zustand von sehr geringer körperlicher Aktivität und kaum vorhandener Wahrnehmung der Umgebung.
Und er kann sehr schnell beendet werden: Anders als bei Menschen, die im Koma liegen oder narkotisiert wurden, kann ein Schlafender innerhalb von Sekunden bis Minuten in die "normale" Welt zurück kehren.
Wenn wir morgens aufwachen, haben wir zwei verschiedene Schlafphasen mehrmals durchlaufen.
Die Schlafphasen: REM und Non-REM
Unterschieden wird der Schlaf bis heute in den REM- und den Non-REM-Schlaf. REM ist dabei die Abkürzung für "rapid eye movement". Während des REM-Schlafes befindet sich unser Organismus überwiegend in einem Zustand der muskulären Erschlaffung. Wegen der zu beobachtenden raschen Augenbewegung des Schläfers glauben Wissenschaftler, dass die REM-Phasen die Phasen sind, in denen wir träumen.
Während des Non-REM-Schlafes dagegen werden große Mengen an Wachstumshormonen aus der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet. Der Non-Rem-Schlaf gilt darum als die Phase, in der sich der Körper von seinen Tagesaktivitäten erholt und regeneriert.
Die Aufgaben von REM-Schlaf und Traum sind immer noch ungeklärt. Forscher glaubten lange, das beides für unser psychisches Wohlbefinden wichtig ist. Menschen, die am REM-Schlaf gehindert wurden, zeigten nach einiger Zeit Verhaltensauffälligkeiten, Ratten starben nach zwei bis drei Wochen REM-Schlafentzug.
Inzwischen ist aber auch bekannt, dass sich der REM-Schlafentzug günstig auf die Behandlung von Depressionen auswirken kann. So ganz ist es also noch nicht geklärt, das Rätsel um den Schlaf. Klar ist aber, dass guter und ausreichender Schlaf eine der Grundlagen für unsere Lebensqualität im Wachen ist.










